Erste Hilfe bei Edibles – Panik, Schwindel, Kreislauf

Erste Hilfe bei Edibles – Panik, Schwindel, Kreislauf

21. Oktober 2025Till Kasch
Erste Hilfe bei Edibles: Panik, Schwindel & Kreislaufprobleme

Erste Hilfe bei Edibles – Panik, Schwindel & Kreislaufprobleme

Wenn der Brownie stärker war als gedacht: Max Buechse erklärt, was wirklich hilft – sicher, ruhig und effektiv.

Einleitung: Wenn der Brownie stärker war als gedacht

Edibles schmecken gut, wirken stark – und kommen spät. Diese Kombination führt oft dazu, dass Menschen zu viel THC auf einmal erwischen, ohne es zu merken. Die Wirkung setzt häufig erst nach 30 bis 120 Minuten ein – und wenn sie dann kommt, kann sie sich heftig anfühlen: Schwindel, Herzrasen, Panik, Kreislaufprobleme. Wichtigster Satz: Das geht vorbei. Hier bekommst du Schritt für Schritt, was du jetzt tun kannst – bei dir selbst oder bei jemand anderem.


Warum Edibles so tückisch sind

Beim Essen wird THC in der Leber u. a. zu 11-Hydroxy-THC umgewandelt – das sorgt oft für eine intensivere und länger anhaltende Wirkung als beim Rauchen oder Vapen. Wenn du zu früh nachlegst, kann sich die Wirkung „aufschichten“ und Körper wie Kopf überfordern.

Typische Symptome bei zu starken Edibles:

  • Schwindel, Benommenheit
  • Herzklopfen, Unruhe, Angstgefühle
  • Übelkeit oder Kreislaufprobleme
  • Verzerrtes Zeitgefühl („Das hört nie wieder auf…“)
  • Kalte Hände, trockener Mund

Unangenehm, ja – aber in den allermeisten Fällen nicht lebensgefährlich. Das Problem ist meistens Stress + Kreislauf + Wahrnehmung, nicht „Vergiftung“.


Erste Hilfe Schritt für Schritt

1) Sicherheit zuerst: hinsetzen oder hinlegen

Such dir einen ruhigen Ort. Am besten hinlegen, Beine leicht hoch – das hilft dem Kreislauf. Wenn du nicht allein bist: Bitte jemanden, einfach in der Nähe zu bleiben. Kein Drama, nur Präsenz.

2) Atmung runterregeln (wirkt überraschend gut)

Mach das 2–5 Minuten:

  • 4 Sekunden ein
  • 6 Sekunden aus

Das beruhigt dein Nervensystem und senkt häufig Herzrasen/Stressgefühl.

3) Trinken: Wasser oder Tee – langsam

Wasser, Kamille oder Pfefferminze sind super. Vermeide Koffein (Kaffee/Energy), das kann Unruhe verstärken.

4) Etwas essen (klein & unkompliziert)

Etwas Leichtes kann Blutzucker und Kreislauf stabilisieren: Brot, Joghurt, Nüsse, ein bisschen Schokolade. Nicht „Fressflash eskalieren“, eher „stabilisieren“.

5) CBD (optional, wenn du’s kennst)

CBD kann bei manchen Menschen Angst/Unruhe dämpfen und die THC-Spitze abflachen. Das ist individuell – wenn du CBD bereits gut verträgst, kann es ein sinnvoller Notfall-Baustein sein. Wenn nicht: kein Muss.

6) Pfeffer / Pfefferminze / Zitrus

  • Schwarzer Pfeffer: Manche empfinden Riechen (oder sehr wenig kauen) als hilfreich gegen Angst/„Overload“.
  • Pfefferminztee: beruhigt, hilft oft bei Übelkeit.
  • Zitronenduft/Zeste: kann subjektiv „klarer“ machen (eher sanfter Support als Wundermittel).

7) Reize runter: Licht dimmen, Handy weg

Weniger Input = weniger Überforderung. Gedämpftes Licht, leise Musik (wenn angenehm), kein Doomscrolling.


Wann du Hilfe rufen solltest

Ruf 112, wenn jemand:

  • ohnmächtig wird oder nicht ansprechbar ist,
  • starke Brustschmerzen/Atemnot hat,
  • extreme Panik hat und sich nicht mehr beruhigen lässt,
  • zusätzliche Substanzen im Spiel sind (z. B. Alkohol, Stimulanzien) und es kippt.

Sei ehrlich, was konsumiert wurde – medizinisches Personal will Sicherheit, nicht Stress.


Erholung danach

  • Viel Wasser, leichte Mahlzeiten
  • Schlaf (oder zumindest Ruhe)
  • Am nächsten Tag nicht direkt wieder konsumieren
  • Nicht Auto fahren – Nachwirkungen können länger bleiben als gefühlt

So vermeidest du es beim nächsten Mal

  1. Start low: lieber minimal beginnen
  2. Warten: mindestens 2 Stunden, bevor du nachlegst
  3. Konstanz: gleiche Quelle/gleiche Dosis = weniger Überraschung
  4. Notfall-Plan: Wasser, Snack, ruhiger Ort, ggf. CBD
  5. Homemade = Risiko: oft ungleichmäßig dosiert

Fazit: Ruhe bewahren – das geht vorbei

Ein zu starkes Edible ist kein Weltuntergang, nur eine überdimensionierte Lektion in Geduld. Runterregeln, trinken, essen, Ruhe – und Zeit. Danach weißt du: Weniger ist oft mehr.

Weiterführend: Zu viel THC erwischt? Das hilft wirklich · Edibles vs. Joint · Fett, Alkohol oder Zucker – Aufnahmewege


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert ein Edible-Bad-Trip?
Häufig mehrere Stunden. Bei Edibles kann es insgesamt lange dauern, aber die Intensität nimmt normalerweise nach und nach ab.
Kann man durch Edibles ohnmächtig werden?
Ja, das kann durch Kreislauf/Angst passieren. Hinlegen, Beine hoch, trinken – und im Zweifel Hilfe holen.
Hilft CBD wirklich?
CBD kann bei manchen Menschen Unruhe und Angst dämpfen. Der Effekt ist individuell – wenn du CBD kennst und verträgst, kann es helfen.
Was tun, wenn jemand Panik bekommt?
Ruhig bleiben, langsam atmen lassen, Wasser anbieten, Reize reduzieren, dabeibleiben. Sicherheit vermitteln statt diskutieren.

More articles

Kommentare (0)

Es gibt noch keine Kommentare. Sei der Erste, der einen Beitrag schreibt!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen